Über 110 Jahre Kinogeschichte in Lingen

1911

Eröffnung des Kinos

Am 30. Dezember 1911, also bereits vor über 110 Jahren, begann das heutige Centralkino Lingen unter dem Namen „Lingener – Lichtspielhaus“ mit Vorführungen am heutigen Ort.

Nur wenige Kinos aus dieser Zeit sind noch erhalten, und bisher ist uns nicht bekannt, ob es in Deutschland noch ein weiteres Kino gibt, das seit über 100 Jahren an derselben Stelle bespielt wird und sich noch immer im Besitz derselben Familie befindet wie das Centralkino.

1938

Neubau des Kinos

Im Jahr 1938 wurde das Kino neu gebaut und modernisiert. In einer Zeitungsanzeige zur Eröffnung des Neubaus wurde bereits damals betont, wie wichtig es sei, das Lichtspielhaus durch zahlreiche Besucher zu unterstützen und damit seine Zukunft zu sichern.

1951 bis 1954

Die Sünderin

Ein besonderes Highlight der über hundertjährigen Kinogeschichte bildet die Auseinandersetzung um den Film “Die Sünderin” in den Fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.  

Der damaligen Besitzerin des Kinos Gertrud Heskamp wurde mit  CDU-Mehrheit vom Stadtrat untersagt, diesen Film vorzuführen. Von 1951 bis 1954 erreichte sie in einem Rechtsverfahren, das bis zum Bundesverwaltungsgericht ging, diesen Film im Centralkino zeigen zu dürfen. (Hinweis auf die Broschüre “Frauen in der Lingener Geschichte”)

2007

Ende des kommerziellen Kinobetriebs​

Am 31. Dezember 2007 stellte der damalige Besitzer den kommerziellen Kinobetrieb ein. Für viele Lingener Bürger war dies ein großer Verlust, denn mit dem Kino verbanden sich zahlreiche persönliche Erinnerungen.

Besonders das alternative Filmprogramm, das im Centralkino gezeigt wurde, sollte nicht verloren gehen.

2008​

Gründung des Vereins Centralkino e.V.

Im Sommer 2008 fanden sich engagierte und kinoaffine Bürger zusammen, die sich mit der Schließung des Kinos nicht abfinden wollten. Sie gründeten den Verein Centralkino e.V., um das Kino zu erhalten und weiterhin ein abwechslungsreiches Filmprogramm anzubieten.

Heute

Kino mit Leidenschaft

Heute wird das Programm des Centralkinos vom Verein gestaltet und mit großem ehrenamtlichen Engagement organisiert.

Das Lingener Filmtheater kann stolz darauf sein, als eines der ältesten Kinos Deutschlands viele Krisen überstanden zu haben – eine Geschichte, die fast selbst filmreif ist.

„Uns Lingenern erwächst nun die Pflicht durch guten Besuch des Lichtspielhauses dieses lebensfähig zu erhalten, um die Opfer, die der „Verein“ gebracht hat, zu belohnen.“

„Uns Lingenern erwächst nun die Pflicht durch guten Besuch des Lichtspielhauses dieses lebensfähig zu erhalten, um die Opfer, die der „Verein“ gebracht hat, zu belohnen.“